Indoorspielplätze in Dresden

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Winter – Die Zeit, in der es keinen Grund gibt, auf den Spielplatz in der Wohngegend der Wahl zu gehen. Doch was dann? Jede Mutter und jeder Vater weiß, dass es auf Dauer einfach nicht reicht, ein bisschen in der Wohnung zu tollen. Die Alternative lautet dann häufig: Auf zum Indoorspielplatz. Doch ich persönlich habe eher eine zwiegespaltene Meinung zu diesen Einrichtungen. Warum? Hier die Pros und Kontras nach meinen bisherigen Erfahrungen:

Erstmal eine Bestandsaufnahme

Es gibt verschiedene Indoorspielplätze in Dresden und Umgebung, z. B. das Kidsplanet auf der Siemensstraße, das Playport mit beliebten Maskottchen, das man am Flughafen findet, das Kuddeldaddeldu im Elbepark und das Remmi-Demmi-Kinderland in Bannewitz. Dies sind die vier Spielplätze in Hallen, die ich auch schon mit meiner Kleinen ausprobiert habe.

Kennt jemand von euch das Tollywood in Weinböhla? Oder andere Orte zum drinnen Spielen? Dann würde ich mich sehr über eure Meinung freuen.

Im April 2017 soll die Bunte Welt wieder in der Markthalle auf der Hauptstraße öffnen. Da das Konzept ganz anders als die großen bunten Hallen scheint, werde ich das sicher auch mal ausprobieren. War jemand von euch schon drin, als es geöffnet hatte?

Der Preis ist heiß

In Dresden rangieren die Eintrittspreise für Eltern von 3,50 € bis 4,90 €. Beim Nachwuchs gibt es schon ein größeres Preisgefüge. Von 3,50 € bis zu 7,90 € muss man löhnen, wenn man in die Hallen der Stadt spielen gehen will. Gar nicht mal so günstig, wenn man bedenkt, dass hier das Mitbringen eigener Getränke und Speisen zumeist (mit Ausnahmen) nicht gern gesehen ist. Und nach all dem Springen und Rennen, Rutschen und Jauchzen ist zumindest der Durst vorprogrammiert. Also ab in die Verpflegungsecke der Spiellandschaft.

Killing me sweetly

In allen drei Indoorspielplätzen, die wir getestet haben, gab es zwar freundliches Personal, aber natürlich waren vor allem alle ungesunden, süßen und für die Kleinen verlockenden Sachen so schön drapiert, dass es ungleich schwerer ist, den Nachwuchs von den manchmal auch angebotenen Suppen, Salaten oder gesünderen Alternativen zu überzeugen. Klar, wenn man eben an der Tiefkühltruhe mit dem Eis, dem Kühlschrank mit der Limo und dem Rührgerät mit dem quietschbunten Slush vorbeigegangen ist, wirkt so ein Mineralwasser irgendwie nicht mehr so reizvoll. Wenn zur „großen Freude“ noch die Süßigkeiten und Knabbereien im Kassenbereich präsentiert werden, braucht es schon manch verbales Talent der Eltern, um eine halbwegs gesunde Auswahl auf Teller und in den Tassen wiederzufinden.

Ist das Wetter schlecht, kommen natürlich viele Eltern samt Sprösslinge auf die Idee, einen Indoorspielplatz zu besuchen. Bei der geringen Anzahl von Hallen in Dresden und Umgebung ist dann immer entsprechend viel los. Bei jedem Besuch, den wir unternommen haben, war zumindest Parkplatz und Spielplatz jeweils reichhaltig belegt. Und das ist dann eines der Dinge, die ich als so anstrengend empfinde – viele Kinder haben unfassbar viel Spaß und verursachen deshalb entsprechend viel Lautstärke. So schön die Freude des Nachwuchses ist, so anstrengend ist die zusammengewürfelte Geräuschkulisse.
Kommen dann noch weinende Kinder dazu, schimpfende Eltern, zeternde BetreuerInnen der Anlagen, Geräusche von Fahrgeräten und am besten noch Musik aus quäkenden Lautsprechern hinzu, ist meine Toleranzgrenze nach einigen Stunden relativ schnell erreicht. Noch dazu, wollen sich die Kinder gern auch immerzu in der Lautstärke übertrumpfen – verständlich, sie wollen schließlich erhört werden, in diesem Lärmpotpurri. Eine für mich persönlich eher unangenehme Situation, die bei mir Fluchtreflexe auslöst. Doch natürlich will man nicht sofort gehen – schließlich hat man Eintritt bezahlt und der Nachwuchs hat so (!) viel (!) Spaß (!) – und die Bewegung braucht er/sie außerdem. Schon befindet man sich in einer Lage, die sich eher nach unfreiwilliger Pflichtveranstaltung als nach fröhlicher familiärer Ausflugssituation anfühlt.

Das Resultat: Genervte Eltern oder Betreuer, die am Rande sitzen und eine entsprechende Stimmung bei allen, die nicht hauptsächlich zum Spielen in die Hallen gekommen sind. Dass die Kids bei der Vielzahl der grellbunten Angebote überdrehen und alles spannend und toll finden und jedes und alles 1.000 Mal probieren – geschenkt. Dass im Eifer des Gefechts auch mal eins hinfällt, sich nicht jedes immer wie ein Engel verhält – völlig normal! Klar aber auch, dass es so zu einem Mix aus Lachen, Jauchzen, Schreien, Weinen, Schimpfen und mehr kommt.

Doch die Hallen in Kombination mit den vielen großen und kleinen Menschen auf diesem Raum machen die Akustik nicht besser. Was sich draußen einfach in die freie Luft verflüchtigt, schallt in einem Indoorspielplatz mehrfach von den Wänden zurück. Allein, dass es keine Möglichkeit gibt, sich in einen wenigstens etwas ruhigeren Ort zurückzuziehen – es sei denn, man muss wickeln – erklärt vielleicht auch, warum auf JEDER Speisekarte der Indoorspielplätze, die ich besucht habe, für die Eltern alkoholische Getränke stehen. ;)

Die Lösung: Einfach nicht hingehen?

Wenn meine Kleine in langen Matschewetter die verschiedenen Regenwetter-Varianten ausgereizt hat, werden wir wohl wieder an einen solchen Ort gehen. Einfach weil man manchmal als Eltern Dinge tut die eher den Kleinen als einem selbst gefallen. Schön wäre es, wenn die Anbieter etwas für eine angenehmere Akkustik tun könnten, vielleicht abgetrennte Räume? Lärmabsorber? Allein, mir fehlt die Lösung für das Lärmproblem. Bis dahin helf ich mir mit einem Kaugummi für die eigenen Nerven und dem Mantra „Alles nur ne Phase“.

Wartung und Hygiene

Alle Anlagen die ich persönlich besucht habe, waren einwandfrei gewartet und zeigten zwar Nutzungsspuren, aber zumindest für mich keinen Grund zur Sorge. Das mit der Hygiene ist vermutlich bei Orten, auf denen Kinder spielen, immer etwas schwierig. Klar, Sockenpflicht herrscht überall. Jedoch fanden sich in manch Hüpfburgritze die Reste von den eben verspeisten Gummitieren, Plastikpapierchen von Bonbons und Schokoladenriegeln und auch manch unappetitlichere Entdeckung. Kann man dem immer rechtzeitig etwas entgegensetzen? Tja, da bin ich überfragt. Hat man ein Kind in der oralen Phase, empfiehlt sich in jedem Fall erhöhte Wachsamkeit.

Es ist ja nicht alles schlecht

Ist das Kleine mit Anti-Rutsch-Socken und gut sitzenden Strumpfhosen ausgestattet, kann der Spielspaß losgehen. Eine solche Vielfalt an unterschiedlichsten Spielgelegenheiten kann man selbst auf großen Outdoorspielplätzen nur selten finden. Noch dazu findet man für alle Altersgruppen etwas. So kann man auch mit unterschiedlich alten Geschwisterkindern einen Ort zum Spielen ansteuern und trotzdem für alle etwas passendes finden. Bällebad, Hüpfburg, Trampoline, Rutschen, Wippen, Autos … Eigentlich gibt es nahezu nichts, was es nicht gibt. Ideal auch, um mal auszuprobieren. Zum Beispiel kann man herausfinden, ob der Nachwuchs vielleicht schon bereit für das Bobbycar ist oder die Rutsche für den Garten vielleicht doch eine verfrühte Anschaffung wäre.

Lass Dampf ab!

Ein wirklich großartiger Vorteil ist natürlich, dass die Kinder unterschiedlichster Couleur sich mal so richtig austoben können und das bei wirklich jedem Wetter. Ob es stürmt oder schneit, auf einem Indoorspielplatz kann sich der Nachwuchs richtig auspowern. Zwischen all den fremden Kindern können die Kleinen üben, miteinander umzugehen, zu teilen, kreativ zu werden, sich anzupassen oder durchzusetzen.

Was sagt ihr: Ja oder Nein zu Indoorspielplätzen?

Bilder:
Header: Bälle/PublicDomainPictures,pixabay,
Artikelbilder: Hüpfburg/HardyS, Familie/facethebook, Bobbycars/PublicDomainPictures