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Ausflugstipp: Edmundsklamm in Hrensko

Edmundsklamm Hrensko

Die Edmundsklamm ist neben dem Prebischtor eins der touristischen Highlights im böhmischen Teil des Nationalparks, gleich hinter der deutsch-tschechischen Grenze. Ich möchte unseren Besuch am letzten Wochenende zum Anlass nehmen, heute darüber zu berichten.

Die Edmundsklamm ist ein sehr schmales Tal, welches zur Zeit der Spätromantik gezielt als Ausflugsziel touristisch erschlossen wurde. Bezahlt hat die Erschließung Fürst Edmund (1813 – 1894), der Besitzer des hiesigen Gebietes, daher auch der Name.

Die bei der Erschließung angelegten Wege sind teilweise gallerieartig in den Felsen gehauen, es gibt sogar einige Tunnel. Das Highlight ist schließlich ein mittels Wehr angestauter Stausee, welcher nur per Boot überquert werden kann. Gegen eine Gebühr von 70 Kronen, ca. 3 Euro pro Person , bzw. 30 Kronen, ca. 1,50 Euro für Kinder, wird man von einem Bootsmann in ca. 20 min durch das enge Tal gestakt – wie in Venedig. Dabei erzählt dieser einige interessante Dinge und nennt die Namen von vielen Felsformationen. Es gab auch einen künstlichen Wasserfall zu sehen und sogar eine Darbietung mit der Mundharmonika zu hören.

Am Ende der Bootsstrecke befindet sich ein Ausflugslokal. Bis hierher ist die Strecke ohne wesentliche Steigungen und Schwierigkeiten und ist damit auch sehr gut für kurzbeinige (oder laufunwillige) Kinder geeignet. Ich habe sogar eine Familie mit Kinderwagen gesehen, würde das aber nicht wirklich empfehlen – eine Rückentrage ist geeigneter.

Aufgrund der Bekanntheit als Ausflugsziel und der einfachen Wegstrecke ist man natürlich nicht allein unterwegs, aber im Vergleich zu dem, was ich im Hochsommer auf der Bastei erlebt habe, war es doch noch angenehm. Wir hatten an der Bootsanlegestelle keine Wartezeiten, auch im Ausflugslokal waren noch genügend freie Sitzplätze.

Wandermöglichkeiten

Die einfachste Variante ist der Zugang von Hrensko. Vom Parkplatz läuft man ohne wesentliche Steigung ca. eine halbe Stunde die Kamenice entlang. Nach einem Wehr geht es nun per Boot weiter. Die Boote werden gestakt, die Bootsfahrt dauert ca. 20 Minuten. Nach weiteren fünf Minuten Gehweg erreicht man ein Blockhaus als Ausflugslokal. Neben den üblichen Speisen und Getränken, kann man auch eine Wurst kaufen und am Feuer selbst grillen. Zurück geht es über den gleichen Weg.

Wer mag, läuft das Tal etwas weiter und steigt dann linkerhand steil in das kleine Dorf Mezná (ca.1h). Auch dort gibt es mehrere Ausflugslokale und auch einen kleinen, einfachen Spielplatz.

Von dort kann man einen breiten Forstweg wieder zur Straße in Richtung Hrensko und entlang der Straße zurück. Der letzte Wegabschnitt ist nicht besonders empfehlenswert, da es neben der Straße keinen Fußweg gibt. – Wir haben die Kinder warten lassen und einer ist das Auto holen gegangen.

Wer noch nicht genug hat, kann von Mezná noch einen Schlenker über das Prebischtor machen. Die gesamte Wanderung wird dann allerdings mit ca. 5-8h Wegzeit angegeben.

Wilde Klamm

Flussaufwärts befindet sich nach der Edmundsklamm noch die Wilde Klamm, die ebenfalls mit dem Boot befahrbar ist. Darüber kann ich aber nichts berichten, denn zu unserem Besuch 2009 war dieser Teil vom Hochwasser zerstört. Seit 2011 ist die Wilde Klamm wieder befahrbar.

Anfahrt

Der Beginn der Wanderung in die Edmundsklamm liegt in Hrensko (Herrnskretschen). Dies ist das kleine Grenzstädtchen gleich hinter dem ehemaligen Grenzübergang von Schmilka. Wer mit dem Auto anreist, fährt in Hrensko rechts in das Tal des kleinen Flüsschen Kamenice (Kamnitz) passiert eine Unmenge von Verkaufsbuden und Chinamärkten (wer kauft das ganze Zeug?) und findet dann einen Bezahl-Parkplatz entlang der Straße. (Offiziell gilt in Tschechien die Krone, die ungefähr einen Kurs von 100 Kronen=4 Euro hat. Wir haben 4,50 Euro bezahlt.) Am besten nicht zu spät losfahren, sonst sind die Parkplätze voll.

Tipp: Hrensko ist auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, einfach mit dem Zug nach Schöna fahren und mit der Fähre über die Elbe setzen!

Fazit

Natürlich gibt es aber auch auf deutscher Seite viele schöne Wanderwege, sowie lohnende und für Kinder interessante Ausflugsziele, die hier noch nicht beschrieben sind. Die Edmundsklamm gehört aber ganz gewiss zu einem der schönsten Ausflugsziele im Elbsandsteingebirge. Der Weg ist leicht begehbar und sehr abwechlsungsreich.

Aufgrund der hohen Felsen, dem Schatten und dem Wasser ist die Klamm auch ideal für sehr heiße Sommertage geeignet. Mit etwas Suchen findet sich auch eine Stelle, wo man die Kinder am Wasser spielen lassen kann, also Handtücher und Wechselsachen einpacken!

weitere Informationen

offizielle Homepage oder deutsche Version
Beschreibung beim Nationalpark
Wandervorschlag
Wanderbericht

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3 Responses

  1. Axel Hoeber

    Hallo!
    ich war gestern in der Wilden Klamm und es sieht eher nicht so aus, ob sie wieder in einem Monat öffnen wird, obwohl das gesagt wurde. Aber der Weg bis dorthin ist wegen umgefallener Bäume und vieler Steine nicht ungehindert passierbar. Außerdem fehlen im Haus für die Bootsleute die Scheiben in den Fenstern und alles macht einen aufgegebenen Eindruck.

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